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Medienarchiv der Hans-Henning Endres GmbH & Co. KG

 

2. 1952 - 1961 Aufbau und Entwicklung des Unimog-Vertriebes in Westberlin

  • Einführung und Verbreitung vom Unimog in Westberlin
  • 1. Mai 1953 Verlegung des Geschäftsbetriebes in die Berliner Straße 37 (heute Ollenhauerstraße) Berlin-Reinickendorf
  • Weitere Vertragspartner zur Schaffung einer umfangreichen Verkaufspalette
  • 1. Mai 1957 Übernahme der Kfz-Werkstatt in Eigenregie auf einem gepachteten Grundstück
  • 1958 Kauf des Grundstückes Kaiserin-Augusta-Allee 4

Der Unimog das "Universalmotorgerät"

Die Entwicklung und der Bau der ersten vier Prototypen erfolgt 1946 und 1947 bei der Metallwarenfabrik Erhardt und Söhne in Schwäbisch-Gmünd. Zwei weitere Prototypen werden hier begonnen und in der Werkzeugmaschinenfabrik Gebrüder Boehringer in Göppingen fertiggestellt. Dort baut man von 1949 bis 1951 insgesamt 600 Unimog.

Im August 1948 fand in Frankfurt mit der DLG-Ausstellung die erste große Leistungsschau nach dem zweiten Weltkrieg statt. Auf diese Messe wurde der UNIMOG erstmals der Fachwelt präsentiert. Er war ursprünglich gedacht als „motorgetriebenes Universalgerät für die Landwirtschaft“.

Ab dem 4. Juni 1951 wird die Fertigung des Unimog wird von der Daimler-Benz AG im Werk Gaggenau fortgeführt.

Presse-Unterlagen DLG-Ausstellung 1948 Frankfurt/M.  

erstes Unimog Prospektblatt

Am 5. März 1952 erfolgt die Bestellung der ersten Vorführungsmaschine durch Hans-Henning Endres.

Zu den ersten Kunden gehören landwirtschaftliche Betriebe, Transportunternehmen sowie der Kartoffel- und Brennstoffhandel, Industrieunternehmen und Eigenbetriebe der Stadt Berlin.

Für die Berliner UNIMOG-Kundschaft wird eine detaillierte Erklärung vom UNIMOG zusammengestellt, um diese neuartige Konstruktion mit all ihren zahlreichen Vorzügen und Einsatzmöglichkeiten vorzustellen.

Hans-Henning Endres vergleicht in einem weiteren Schreiben "Wir sind nicht auf Rosen gebettet" herkömmlichen Fahrzeuge, wie Lkw, Schlepper, Zugmaschinen mit dem modernen Unimog von Daimler-Benz.

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1952 verkauft Hans-Henning Endres den ersten Unimog an die Großmelkerei Albert Gutenmorgen in Berlin-Grunewald. 

An das Werk Gaggenau schrieb Hans-Henning Endres: „Guten Morgen, mein erster Kunde heißt Gutenmorgen“.

Hier ein Blick auf den Messestand von „Landmaschinen-Endres“ auf der „Grüne Woche“ der Landwirtschafsmesse am Funkturm in Berlin vom 30.1. bis 8.2.1953. Auf dem Foto ist der an die Großmelkerei Albert Gutenmorgen verkaufte Unimog zu sehen.

Der zweite Unimog wird am 17. Juni 1952 von der Landwirtin Elisabeth Voss in Berlin-Rudow bei Hans-Henning Endres bestellt.

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Erste Käuferliste der UNIMOG-Kunden in Westberlin.

Der erste Unimog für die Domäne Dahlem wurde direkt von der Daimler-Benz AG Gaggenau verkauft und ausgeliefert. 

Der in der Käuferliste zuletzt aufgeführte Unimog wurde am 5. März 1953 auf den Melkerei Besitzer Wilhelm Zickerick zugelassen. Hans-Rüdiger Endres erwirb ihn im Mai 2009 zurück und lässt ihn in der eigenen Werkstatt restaurierten. Im Jahr 2014 wird der Unimog zusammen mit einem Müller-Mitteltal Einachs-Anhänger dem Verein Unimog-Museum e.V. in Gaggenau für Ausstellungszwecke zur Verfügung gestellt.

Ab 1. Mai 1953 pachtet Hans-Henning Endres Geschäftsräume in der Berliner Straße 37 (heute Ollenhauer Straße) in Berlin-Reinickendorf.

Auf diesem Gelände betreibt Gottfried Flatow eine Kfz-Werkstatt, in der auch die Unimog Fahrzeuge repariert werden.

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1953: Die gepachteten Geschäftsräume in der Berliner Straße 37 (heute Ollenhauerstraße) in Berlin-Reinickendorf.

Auf demselben Gelände betrieb Gottfried Flatow eine Kfz-Werkstatt in der auch Unimog Fahrzeuge repariert wurden.

1953: Transport eines Raupenschlepperkrans der BEHALA (Berliner Hafen und Lagergesellschaft), vermutlich auf der Putlitzbrücke.
Vorführ-Unimog mit MB-Stern auf der Motorhaube, am Steuer Hans-Henning Endres.

Ausschnitt aus der Rede von Hans-Henning Endres anlässlich der Einweihungsfeier des Neubaus Kaiserin-Augusta-Allee 4:

  • „Damals galt noch der Ochsenkopf als Symbol für diese leistungsfähige, allradgetriebene Zugmaschine, eben den Unimog, das Universal-Motorgerät. Der Mercedes-Stern war ihm noch lange nicht verliehen worden, was mich nicht hinderte, ihn mir bei meinen Abholungen in Gaggenau auf verschlungenen Wegen zu organisieren. Unvorsichtigerweise hatte ich ihn einmal gleich auf dem Fabrikgelände an den Kühlergrill geschraubt. Der jetzige Direktor, Herr Dr. Rummel, kam, sah und fragte, woher ich dieses Requisit denn hätte, worauf ich ihm antwortete: „ Es müsse gerade vom Himmel gefallen sein“.

Sommer 1953: Mitarbeiter aus dem Bürobereich der Hans-Henning Endres, Berliner Straße 37 in Berlin-Reinickendorf (v.l.n.r.):

  • Herr Müller,
  • Herr Fritsche,
  • Herr Glave,
  • Frau Endres,
  • Herr Endres,
  • Herr Bühl,
  • Herr Prahl

Bereits Ende 1953 werden die Verkaufserfolge von Hans-Henning Endres mit einem Dankschreiben aus Gaggenau von der Daimler-Benz Aktiengesellschaft für 60 verkaufte UNIMOG gewürdigt:

  • „Die Art der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und unserem Hause (…) lassen uns die Erinnerung an die Zeiten des wahrhaft Königlichen Kaufmanns wach werden und veranlassen uns, Ihnen zu diesem Erfolg (…) unsere besondere Anerkennung aussprechen“.
  • Diese besondere Anerkennung galt wohl insbesondere „der Finanzministerin“ in der Firma, Frau Margarethe Endres.

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Dezember 1953: Überführung per Achse von drei Unimog Fahrzeugen mit Anhängern von Gaggenau nach Berlin

1954: Übergabe des 100. Unimog in Berlin:

  • Hans-Henning Endres (li.)
  • Albert Gutenmorgen (re.)

Auszug aus der Endres Käuferliste:

  • Albert Gutenmorgen erwirbt für seine Großmelkerei den 100. Unimog von der Unimog-Generalvertretung Endres.

1954: Der Unimog im Berliner Stadtbild:

  • Materialtransport mit einem Unimog U 401 für den Bau der U-Bahn in der Tauenzinstraße,
  • Im Hintergrund sieht man die Ruine der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis Kirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg.

Seit jeher vertraut die Berliner Wirtschaft dem Stern und seit 2 Jahren auch dem Unimog. Der Unimog liegt weit an der Spitze aller Neuzulassungen in der Größenklasse von 25 bis 34 PS in Berlin.

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Weitere Firmen Werbung und Kundenanschreiben siehe Themen-Kachel: Endres-Werbung

1955: Messestand Grüne Woche Berlin

Hans-Henning Endres gibt an alle Landwirte, Gartenbauer, Melkereien, Mästereien in Berlin bekannt, dass er sein Handelsprogramm auf der "Grüne Woche" vom 28.1. bis 6.2.1955 ausstellen wird,

siehe Werbeschreiben

Ende 1955 ist der Bestand von 200 Unimog-Zugmaschinen in Westberlin überschritten, siehe Werbeschreiben

Hans-Henning Endres firmiert jetzt als Kommanditgesellschaft.

1956: Unimog U 401 vor der „Meierei-Zentrale Berlin“ in der Katzbachstraße in Berlin-Kreuzberg.

Die Doppelbereifung mit verbreiterten Kotflügeln ist eine Sonderausstattung.

1956: Ein Unimog U 401 mit zwei Anhänger der Spedition Bergemann in der Heidestraße Berlin-Tiergarten.

Eine Besonderheit des Marktes in Westberlin ist die damals geltende Steuerfreiheit für Fahrzeuganhänger. Die Berliner Unternehmen machen sich diese Regelung positiv zunutze, indem sie ihre Zugmaschinen vielfach mit zwei Anhängern einsetzten.

Darin liegen viele Vorteile für die städtische Logistik von Speditionen, Kohlenhändlern, Gerüstbauer, Schausteller, Brauereien, und Schwertransportunternehmen. Zudem kann der sehr kompakte und äußerst wendige Unimog mit Pritsche zum Transport in den engen Berliner Hinterhöfen genutzt werden.

1956: Ein Unimog U 401 mit Halbverdeck der Kohlen- und Heizölhandlung Max Telschow & Co. Mit Halbverdeck.

Die Klappwinker sind eine Sonderausstattung.

1956 kauft Hans-Henning Endres ein Grundstück in der Kaiserin-Augusta-Allee 4 in 10553 Berlin-Moabit.

Ausschnitt aus der Rede von Hans-Henning Endres anlässlich der Einweihungsfeier des Neubaus Kaserin-Augusta-Allee 4:

  • „Meine liebe Frau und ich riskierten im Sommer 1956 den Kauf eines zentral gelegenen etwa 4.000 m² großen Ruinengeländes, und zwar in der Überzeugung, dass allen Kunden und deren Fahrern möglichst geringe An- und Abfahrtwege ermöglicht werden mussten“.
  • „Die politischen Ereignisse von 1958 und 1961 zwangen uns aber, alle Bauvorhaben immer wieder zurückzustellen. Es folgten ernste Überlegungen, ob wirklichkeitsnah und sinnvoll wäre, in Berlin zu bleiben oder – was bestimmt leichter und sorgenfreier gewesen sein dürfte – den vielen verlockenden Angeboten aus dem Bundesgebiet nachzugehen und hier alles zu liquidieren“. …“Dazu fühlten jedoch nicht hingezogen. Außerdem hatte es uns das mitreißende Temperament dieser einmaligen Stadt Berlin, dieses prickelnde Fluidum ihres Wirtschaftsablaufes angetan“

1957: Die Landwirtschaftsausstellung "Grüne Woche“ findet bereits zum 20. Mal statt und erweist sich als wahrer Publikumsmagnet – sie zieht 428.000 Besucherinnen und aus Ost- und Westdeutschland an. Die Stadt Westberlin zählt zu jener Zeit 214 reine landwirtschaftliche Betriebe mit einer Nutzfläche von insgesamt 4.204 Hektar. 

Ein absolutes Messe-Highlight für die Unimog-Generalvertretung Endres: Das 300. Fahrzeug kann ausgeliefert werden – an einen „alten Kunden“, Albert Gutenmorgen (wie dem Auszug aus dem „Unimog-Ratgeber“ von 1957 zu entnehmen ist).

Der Unimog-Vertriebsleiter Hans Zabel gratuliert mit Blumen für die Ehefrau. Als Unimog-Pionier hatte dieser Kernmannschaft den Namen „Unimog“ erfunden. (siehe Abbildung aus dem Artikel im „Unimog Ratgeber“ Heft Nr. 10, 1957, Seite 2, siehe unten).

UNIMOG Ratgeber Heft 10 Juni 1957 - Das ganze Deutschland soll es sein

UNIMOG Informationen 7/57 - Der U N I M O G in West-Berlin

Auszug aus der Käuferliste

Ab dem 1. Mai 1957 übernimmt Hans-Henning Endres den Kfz-Werkstattbetrieb von Gottfried Flatow auf dem Gelände in der Berliner Straße 37 in Berlin-Reinickendorf mit allen dort beschäftigten Mitarbeitern. Von da an besitzt er einen Handels- und Handwerksbetrieb, der für künftige Erweiterungen personell optimal aufgestellt ist.

Dies wurde der Kundschaft mit nachfolgenden Rundschreiben mitgeteilt: Werkstattänderung - Kundendiensterweiterung - Einsatz von Sonderfahrzeugen

1957: Mitarbeiter aus dem Werkstattbetrieb, jetzt der Firma Hans-Henning Endres (stehend v.l.n.r.):

  • Herr Müller,
  • Herr Hebel,
  • Herr Flatow,
  • Herr Vollmer,
  • Herr Schulze,
  • Herr Glaser,
  • Herr Schmiedeknecht,
  • Herr Hinrichs (mit Mütze),
  • Herr Krukow,

sitzend:

  • Herr Ahner,
  • Herr Liebau

Zu diesem Zeitpunkt wird im Unternehmen die Fünf-Tagewoche eingeführt.

1957: Reparatur eines Unimog U 401 mit festen Fahrerhaus, dem sogenannten „Froschauge“ in der Kfz-Werkstatt in der Berliner Straße 37

1957: Ein Unimog S 404 mit Doppelkabine, Sonderkarosserie der Berliner Polizei in der Einfahrt zum Betriebsgelände in der Berliner Straße. Die Berliner Bereitschaftspolizei erhält drei Unimog S Fahrzeuge.

Mai 1960 Rundschreiben an die Unimog Kundschaft:

  • Herr Gerhard Hinrichs wird die Werkstattleitung übertragen.
  • Ein Werkstattwagen wird in Dienst gestellt, um Fahrzeuge und Geräte, die auf Grund ihrer Bauart oder infolge von Schäden nicht fahrfähig sind, vor Ort beim Kunden zu reparieren.

1964: Dieser Werkstattwagen war mit einer Drehbank, A&E Schweißgeräten, Spezialwerkzeugen, einer Frischölversorgung und einer Altölentsorgung ausgestattet. 
Der Spezialkofferaufbau war von der Fa. Buhne (Berlin-Moabit) gefertigt, mit einer Stehhöhe für den Außendienstmonteur und mit Tageslicht von drei Seiten und von oben.

Dieser Werkstattwagen stelle eine erhebliche Investition für die Firma Hans-Henning Endres dar, hatte aber den Vorteil, dass die knappe Werkstattkapazität zum Kunden verlagert wurde. 

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