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Medienarchiv der Hans-Henning Endres GmbH & Co. KG

 

3. 1961 - 1989 Die Berliner Mauer teilt die Stadt

  • 13.August 1961 Beginn des Mauerbaus am Brandenburger Tor in Berlin. Berlin wird zu einer geopolitischen Insel in der Deutsche Demokratische Republik (DDR) mitten in der sowjetisch besetzten Zone
  • 1963 Neubau eines Büro- und Werkstattgebäudes
  • 1964 offizielle Inbetriebnahme des neuen Betriebes in der Kaiserin-Augusta-Allee 4
  • 1971 Generationswechsel in der Firma Hans-Henning Endres
  • 1973 Erste Erdölkriese
  • 1974 Die Firma Glück und Endres verlässt die Räumlichkeiten des Betriebes in der Kaiserin-Augusta-Allee 4 und bezieht ein eigenes Betriebsgelände
  • 1974 Die Fahrzeughersteller Daimler-Benz, Güldner und Steyer-Daimler-Puch stellen die Produktion von Produkten ein, die die Firma Hans-Henning Endres in großen Stückzahlen verkauft
  • 1976 Die Daimler-Benz Niederlassung in Berlin, versucht für den Service an Unimog-Fahrzeugen der Alliierten Schutzmächte und der Stadt Berlin eine vertragliche Ausnahme im Werk Gaggenau zu Lasten der Firma Hans-Henning Endres zu erwirken
  • 1981 Hans-Henning Endres beendet offiziell seine aktive Tätigkeit in der Firma
  • 1981 Die Verkaufsstückzahlen vom Unimog im Vertragsgebiet gehen auf unter 50 Einheiten zurück
  • 1983 Das Werk Gaggenau beschränkt der Firma Hans-Henning Endres den Verkauf von Unimog-Fahrzeugen an die Alliierten Schutzmächte
  • 1.1.1987 Erweiterung der Partnerschaft mit der Daimler-Benz AG als Servicepartner für Transporter und leichte Lkw in West-Berlin
  • 1987 Hans-Henning Endres verstirbt im Alter von 84 Jahren
  • 11.November 1989 Fall der Berliner Mauer

Am frühen Morgen des 13. August 1961 beginnen bewaffnete Grenzpolizisten der DDR mit dem Bau der Berliner Mauer, die mitten durch die Stadt verläuft. Ein großer Schock für die gesamte Stadt.

Es sieht schlecht aus für Berlin – nicht nur für seine Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für seine Wirtschaft. Bereits wenige Tage später ist die Grenze dicht und Westberlin ist eine geopolitische Insel mitten in der „Deutsche Demokratische Republik“ (DDR). Die Absatzmärkte für Berliner Unternehmen sind stark eingeschränkt und viele bedeutende Unternehmen verlassen Berlin.

Hans-Henning Endres verhält sich in dieser herausfordernden Situation jedoch antizyklisch, indem er für die Vertretungen von Unternehmen mit noch größerem Ehrgeiz und Engagement als gewohnt die Absatzmöglichkeiten steigert und seine Verkaufspalette um weitere namhafte Hersteller erweitert.

1963 wird mit viel Optimismus begonnen, ein Grundstück in der Kaiserin- Augusta-Allee 4 in Berlin-Moabit zu bebauen. Das 3.800 m² große Ruinengrundstück wurde bereits 1956 erworben.

August 1961: Vertragspartner der Hans-Henning Endres KG

Waren zunächst diverse Kleingeräte rund um die Landwirtschaft, so wird nun die Verkaufspalette für den städtischen Bedarf ständig erweitert. Mit der Zeit vertritt die Firma neben dem UNIMOG auch andere namhafte Hersteller in Westberlin.

Die Auflistung der Vertragspartner liest sich beinahe wie der Katalog zu einer Messe.

Rundschreiben: Rationalisierung der Transportprobleme - Vorstellung unseres Lieferprogramms

Ende 1961 konnte die Firma Hans-Henning Endres bereits auf 700 verkaufte UNIMOG stolz sein.

Schreiben öffnen

 

1962: „Grüne Woche“ in Berlin, hier ein Blick auf den Messestand von Hans-Henning Endres. Präsentiert wird ein Unimog 411 mit 32 PS und festem Fahrerhaus, ausgestattet mit einem Klaus-Aufbaulader sowie einer Arbeitsbühne.

1963: Hans-Henning Endres und seine Ehefrau Margarethe lassen ihre Pläne in die Tat umsetzen. Mit viel Optimismus wird das 3.800 Quadratmeter große Ruinengelände in der Kaiserin-Augusta-Allee 4 in Berlin-Moabit als neuer Geschäftssitz des Unternehmens bebaut:

  • 10. April 1963: Grundsteinlegung des neuen Büro- und Werkstattgebäude,
  • 11.Oktober 1963 Richtfest.

Zum Jahreswechsel fand der Umzug mit Hilfe der Mitarbeiter und unter Einsatz von Unimog-Zugmaschinen statt, um am 2. Januar 1964 den Geschäftsbetrieb in der Kaiserin-Augusta-Allee 4 aufzunehmen. Die Firma beschäftigt zu dieser Zeit 65 Personen, darunter 6 Mitarbeiter im Außendienst.

Ausschnitt aus der Rede von HHE anlässlich der Einweihungsfeier des Neubaus:

  • „Als ich dann am 10. April 1963 in die Grundmauer die eiserne Kassette … versenkte, da tat ich es mit folgenden Worten: „Auf altem Grund und festen Boden neu gegründet – möge das Gebäude mit starken Mauern emporwachsen und sicheren Bestand haben und kommenden Generationen den Unternehmergeist derer beweisen, die heute leben“.
  • "Wir wollen einen Bau schaffen, der durch seine vorausschauende Planung den Anforderungen der nächsten 20 Jahre entspricht und mit dem wir der nachfolgenden Generation etwas Beständiges hinterlassen".

 

1964: Außenansicht des modernen Bürogebäudes am neuen Standort in der Kaiserin-Augusta-Allee 4 in Berlin-Moabit

1964: Blick in die große und hohe Werkstatthalle mit viel Tageslicht.

Das Firmenschild aus Spritzguss wird ab jetzt an jedes Fahrzeug montiert.

Das darauf abgebildete stilisierte „E“  mit seinen drei Pfeilen hat Hans-Henning Endres selbst entworfen und lässt es sich schützen.

Die Pfeile stehen symbolisch für Zug-, Hub- und Transport-Fahrzeuge.

Firmenbroschüre: HANS-HENNING ENDRES KG BERLIN - UNIMOG GENERALVERTRETUNG

11.September 1964 Einweihungsfeier des Neubaus der Firma Hans-Henning Endres.

Ausschnitt aus der Rede von Hans-Henning Endres:

  • „Den anfänglichen kleinen Erfolgen reihten sich größere an und während des ganzen Zeitraumes wurden es mehr und mehr Unimog, die auf den Straßen Berlins zu einem Begriff geworden sind. Wir nähern uns der stattlichen Zahl von 1000.
  • „Es gibt nicht wenige Menschen, die glauben, dass sich alles mehr oder weniger von allein getan und ergeben hätte. Dass es ein absoluter Glücksumstand sei, Unimog zu verkaufen und sich die „Dinger“ sozusagen von selbst die Kunden suchen würden und dass für dieses Erzeugnis nicht auch eine erhebliche Konkurrenz vorhanden wäre“.
  • „Mitnichten! Ihnen allen möchte ich die Worte von Gotthold Ephraim Lessing ins Gedächtnis rufen:
    „Ohne Arbeit früh und spät
    wird dir nichts geraten,
    der Neid sieht nur das Blumenbeet,
    aber nicht den Spaten.“

1967 wird eine zweite Firma gegründet. Die Glück und Endres GmbH & Co. KG entwickelt sich rasant durch den Vertrieb und Montage von Ladekranen auf LKWs (Fabrikat ATLAS).

In der Kaiserin-Augusta-Allee reichen die räumlichen Kapazitäten bei weitem nicht mehr aus, sodass die Firma "Glück und Endres KG" eigene Geschäftsräume mit einer großen Montagehalle in der Lengeder Straße in Berlin Reinickendorf bezieht.

Firmengelände der Glück und Endres KG, Lengeder 40, Berlin 51 (1974 erfolgt der Umzug auf diese Grundstück).

1970 feiert das Unternehmen "25 Jahre Endres in Berlin!" und vermerkt in der Firmenchronik, dass zu dieser Zeit alle bedeutenden Speditionen in Berlin einen Unimog im Fuhrpark haben.

Generationswechsel bei der Firma Hans-Henning Endres

Ab 1971 sind die Geschwister Hans-Rüdiger Endres und Angelika Meyer-Grant im elterlichen Unternehmen tätig und übernehmen 1974 die Geschäftsführung der Hans-Henning Endres GmbH & Co. KG.

Die siebziger Jahre sind durch Ölkrisen geprägt, die in den Industrieländern schwere Rezessionen auslösen. Auch die Berliner Wirtschaft bleibt davon nicht unberührt.

1974 verschlechtert sich zusätzlich die wirtschaftliche Situation der Firma Hans-Henning Endres durch die Einstellung der Produktion der wichtigsten Umsatzträger. Dies waren:

  • Unimog U 411
  • Linde-Hydrocar
  • Steyr-Daimler-Puch Haflinger

1979 ziehen sich Margarethe Endres und 1981 Hans-Henning Endres aus dem aktiven Geschäft zurück.

1980 Firmenbroschüre 35 Jahre Firma Hans-Henning Endres

1.1.1987 erfolgt eine erste Vertragserweiterung mit der damaligen Daimler AG für den Transporter Service in Berlin. Die Firma Endres wird auch zur Vertragswerkstatt für Transporter und leichte LKW.

Presseartikel aus dem Road Journal "Lkw-Service im Citybereich" öffnen

Presseartikel aus Berlin Verkehr "Zwei Firmen - ein Name: Endres" öffnen

Neue Mercedes-Benz Außenwerbung mit Hinweis auf LKW und Unimog.

Hans-Rüdiger Endres und Angelika Meyer-Grant (beim Tag der offenen Tür 1988).

Vertretung des Jahres 1988:

  • Die UNIMOG-Generalvertretung Endres wird von der Daimler-Benz AG für hervorragende Service-Leistungen als Vertretung des Jahres ausgezeichnet.

Eine Auszeichnung, die dokumentiert, dass die Aus- und Weiterbildung des Personals, die technische Werkstatt-Ausstattung wie auch die Kundenbetreuung eine Spitzenstellung einnehmen.

Bis zum Fall der Mauer 1989 werden über 2.000 UNIMOG und MB-trac verkauft.