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Medienarchiv der Hans-Henning Endres GmbH & Co. KG

6. Unimog U 401 - der blaue Frosch

Die Weberei J. Schilgen in Emsdetten, Kreis Steinfurt, kaufte Ende 1954 einen Unimog 401 mit geschlossenem Fahrerhaus (Westfalia-Kabine Typ B) mit geteilter Frontscheibe.

1955 Prospekt Unimog -Zugmaschine und Arbeitsgerät für Industrie, Gewerbe und kommunale Betriebe-

Die Weberei und Spinnerei J. Schilgen wurde 1873 gegründet und bestand bis zur Auflösung 2013.

Das bekanntestes Spezialgewebe der Weberei Schilgen war der Stoff zur Verhüllung des Reichstages in Berlin vom 24. Juni bis - 07. Juli 1995.

Foto: Tagesspiegelartikel "20 Jahre Reichstagsverhüllung von Christo" vom 24.06.2015.

Anfangs erhielt der Unimog ein schwarzes Nummernschild der britischen Besatzungszone: BR90 - 2447.

Ab 1956 ein neues Kennzeichen für den Kreis Burgsteinfurt: BF - C 789.

Zum Jahreswechsel 1960 wurde der Unimog veräußert und nach Berlin gebracht.

Dort wurde er am 22. Jan. 1960 auf die Firma Hans-Henning Endres, Unimog Generalvertretung für Berlin, Bln-Reinickendorf, Berliner Str. 37 zugelassen.

Das Kennzeichen lautete: B - LU 576

Zwei Monate später wurde dieser Unimog an die Speditionsfirma Otto Spiegel & Sohn, Bln-Zehlendorf verkauft.

1960 Auszug aus der Endres Käuferliste

Auszug aus dem Kraftfahrzeugbrief:

  • im KFZ-Brief wurde das Fahrzeug mit Unimog - 25 bezeichnet,
  • Tag der Erstzulassung: 07.12.1954,
  • im KFZ-Brief ist der Unimog als Zugmaschine eingetragen,
  • Zulässige Anhängelast (Punkt 9) --> unbegrenzt !!!

Bei der Speditionsfirma Otto Spiegel wurde der Unimog zum Rangieren der LKW-Anhänger eingesetzt. Dazu war der Unimog zusätzlich mit einem frontseitigen Druckluftanschuss und einer 7-poligen Anhängersteckdose ausgerüstet.

U.a. transportierte die Spedition Otto Spiegel Frischmilch aus Oberfranken für die Meierei-Zentrale Berlin.

Der Unimog war ursprünglich grün lackiert.

Im Jahre 1981 wechselte der Unimog in private Sammlerhand.

Bei der Übernahme betrug der Kilometerstand ca. 6600 km.
Angaben zu den Betriebsstunden gab es nicht, da damals noch kein Betriebsstundenzähler am Motor 636.914 verbaut wurde.

Anschließend erfolgte eine umfangreiche Restaurierung des Unimog:

  • Rostbeseitigung an vielen Stellen,
  • Ersetzen der Kotflügel unter der Fahrerkabine (damals konnte man diese Teile noch bei Endres aus dem Ersatzteillager beziehen),
  • das Westfalia Fahrerhaus und die Pritsche wurden abgenommen,

 

  • und mit Hochdruck gereinigt,

 

  • Ausbesserung der rückseitigen Bleche an der Kabine,

 

  • Rostbeseitigung an der Pritsche,

 

  • Vorbereitung des Fahrerhauses für die Neu-Lackierung.

Desweiteren wurden folgende Inspektionsarbeiten durchgeführt:

  • Überprüfung der Elektrik mit Ersatz defekter Komponenten,
  • Überarbeitung Bremszylinder,
  • Austausch etlicher Dichtungen,
  • alle Öle wurden gewechselt,
  • aber sonst wurde wegen fehlender Notwendigkeit nichts weiter zerlegt.

Anschließend wurde das Fahrerhaus, die Pritsche und das Fahrgestell neu lackiert.

Neue Winker wurden eingesetzt.

Das alte Kennzeichen wurde weiterverwendet und passte jetzt sehr gut zur neuen Fahrzeugfarbe.

Die Wiederinbetriebnahme des Unimog erfolgte am 1. Oktober 1984

Unterwegs mit dem Unimog

1984 der erste Einsatz des frisch restaurierten Unimog bei einer Hochzeit.

Zum Standesamt Berlin-Zehlendorf ging es mit dem Unimog.

August 1987 - Umzug zur 750-Jahr-Feier Berlins.

Auch der blaue Frosch nahm an dieser Veranstaltung teil.

Unimog Verladung für ein Oldtimmer-Treffen nach Dresden.

2006 Ausfahrt nach Trebbin.

2014 UVC-Treffen in Immensen,
für die Anreise aus Berlin wurde der Unimog auf einem VOLVO F 720 LKW verladen.

2015 der blaue Frosch auf der historische Baustelle Germendorf.

Ein Bericht zur historischen Baustelle Germendorf siehe Unimog-Heft`l 84, Seite 37 (2014), 
-Historische Baustelle Kiesgrube Germendorf bei Berlin

2015 auf der historische Baustelle Germendorf,
Motto des Schildes auf der hinteren Pritschenbordwand: "Nimm Dir Zeit und nicht das Leben"

2015 auf der historische Baustelle Germendorf,
der blaue Frosch kämpft sich langsam durch den losen Sand. Der Fahrer wirft einen Blick auf die Räder und kontrolliert, in wieweit sich die Vorderräder in dem Sand eingraben.